Als Künstlerin ist mir bewusst, wie wichtig kreative Ausdrucksformen für die mentale Gesundheit sein können. Als jemand, der unter Depressionen leidet, weiß ich auch, dass es manchmal schwierig sein kann, den Mut und die Energie aufzubringen, kreativ zu sein.

Doch gerade dann, wenn die Traurigkeit überwältigend ist und ich keine Hoffnung sehe, ist es die Kunst, die mich aufbaut und die mir hilft, meine Gedanken und Gefühle zu verarbeiten. 

Es ist nicht leicht um Hilfe zu bitten, wenn man an Depressionen leidet. Das liegt auch an den vielen Vorurteilen, man sei nur zu schwach, zu faul, zu selbstmitleidig ... Deshalb ist es so wichtig, dass über das Thema Depressionen gesprochen wird. Diese falschen Vorstellungen müssen aus dem Weg geräumt werden. Das Stigma, das den Leidensdruck zusätzlich verstärkt, muss beseitigt werden. Professionelle Hilfe ist wichtig bei Depressionen, und die Betroffenen müssen wissen, dass es in Ordnung ist, dass es okay ist, um Unterstützung zu bitten, sie zu brauchen und anzunehmen.

Und nebenbei können wir auch das Bewusstsein für die Vorteile von Kunst als Therapieform schärfen. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle von der Kraft der Kunst profitieren. Meine Geschichte zeigt, wie hilfreich Kunst ist. Und ich bin damit nicht alleine. 

Lass uns über das Thema sprechen, denn je mehr wir sprechen, desto mehr können wir darüber lernen und desto mehr können wir anderen helfen.

I've got the Blues:
Wie sich Depressionen anfühlen (und wie du sie erkennst)

Wie die Dementoren von Askaban entziehen Depressionen ihren Opfern das Leben und lassen sie mit einer Erschöpfung zurück, die keine Erholung mehr zulässt. Die einfachsten Aufgaben werden unerträglich und die Welt scheint von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit verzehrt zu werden. Selbst Dinge, die man gern macht, bringen keine Freude mehr. Depressionen sind weder eine Schwäche noch ein Charakterfehler. Sie sind auch nichts, das man einfach "überwinden" kann. Einem an Depressionen Erkrankten zu sagen, er solle nicht traurig sein oder sich zusammenreißen, ist, als sagte man einem Hungrigen, er solle keinen Hunger haben. Das ist keine Frage der Willenskraft!
Vielmehr handelt es sich bei Depressionen um eine ernstzunehmende Krankheit. Sie kann bis zu Suizidgedanken oder Tod führen. Aber, sie kann behandelt werden! Deshalb ist es so wichtig, Depressionen als das zu erkennen, was sie sind, und professionelle Hilfe zu suchen.

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, und sie können in unterschiedlicher Intensität und Dauer auftreten. Einige der häufigsten Symptome von Depressionen sind: 

  • Schlaf- und Essstörungen
  • Gefühle von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit
  • Verlust des Interesses an Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben
  • Verlust der Fähigkeit sich zu motivieren
  • Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit
  • Geringes Selbstwertgefühl und Schuldgefühle
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Angst und Unsicherheit


Mit Depressionen ist nicht zu spaßen - die Betroffenen leiden und brauchen Hilfe. Deshalb ist es so wichtig, sie zu ermutigen und wissen zu lassen, dass sie nicht alleine sind. Durch die richtige Behandlung und Unterstützung können Depressionen in vielen Fällen erfolgreich bekämpft werden. Dazu gehört auch der Einsatz von Kunst als therapeutisches Werkzeug.

Wie Kunst unsere Seele berührt und heilt

Kennst du das Gefühl, dich in eine Tätigkeit ganz und gar zu vertiefen - z.B. beim Malen, Schreiben, oder wenn du dich von einem Musikstück mitreißen lässt und einfach nur loslässt? Genau das ist es, was Kunst für unsere Seele so wertvoll macht - auch und besonders für Menschen, die mit Depressionen zu kämpfen haben. Es ist wie ein Wellness-Tag für die Seele. 


  1. Verbesserung der Stimmung: Es gibt nichts Besseres, als sich in seiner künstlerischen Arbeit zu verlieren und zu sehen, wie das eigene Werk allmählich Form annimmt. Das Erleben von Kunst - sei es durch eigene Kreativität, oder wenn wir Kunst anschauen, bzw. ihr zuhören - löst ein tiefes Gefühl der Befriedigung und Freude aus. Es hebt die Stimmung, wenn wir mit anderen Menschen verbunden sind, die Kunst ebenfalls lieben.
  2. Stressabbau: Kunst ist eine Form der kreativen Entspannung. Sie ist eine Möglichkeit, sich von den Problemen des Alltags abzulenken und in eine Welt voller Kreativität und Freiheit einzutauchen. Beim Malen, Zeichnen oder Modellieren vergessen wir alles um uns herum und konzentrieren uns vollständig auf die aktuelle Tätigkeit. Das hat eine meditativ-entspannende Wirkung, die dazu beitragen kann, den Stresslevel zu verringern. 
  3. Stärkung des Selbstbewusstseins: Kunst schafft einen Raum, in dem wir uns ausdrücken und kreativ sein können. Wenn wir uns mit Farben, Formen und Materialien auseinandersetzen, können wir Gedanken, Emotionen und Erfahrungen auf eine neue Art und Weise verarbeiten. Der Widerhall unserer Innenwelt kann zu einem größeren Verständnis für die eigene Persönlichkeit und einem gestärkten Selbstbewusstsein führen.
    In der Kunsttherapie wird oft eine kreative Methode genutzt, die als "Ressourcenorientierung" bekannt ist. Diese Methode fokussiert sich auf die Stärken und Fähigkeiten einer Person, anstatt auf ihre Schwächen und Probleme. Durch das Arbeiten an kreativen Projekten und die Anerkennung der eigenen Fähigkeiten und Talente kann das Selbstbewusstsein gestärkt und ein positives Selbstbild entwickelt werden.
  4. Förderung der Kommunikation: Kunst ist ein Medium, mit dem wir Emotionen, Erfahrungen und Ansichten ausdrücken - und übermitteln. Auch die, die schwer in Worte zu fassen sind. Sie ist eine Sprache, die auch unabhängig von Worten oder verbalen Barrieren verwendet werden kann. Das Teilen, Betrachten und gemeinsame Schaffen von Kunst lässt uns eine tiefere Verbindung auf emotionaler und kommunikativer Ebene aufbauen. Kunst ist ein mächtiges Instrument: Durch sie können wir Bindungen knüpfen, Vertrauen aufbauen und Ideen, Gedanken und Sichtweisen austauschen.
  5. Verarbeitung schwieriger Gefühle: Kunst kann helfen, negative Emotionen zu verarbeiten. Das Schaffen von Kunst erfordert Aufmerksamkeit und Konzentration. Negative Gedanken und Emotionen können unterbrochen werden. Es hilft, sie durch Kunst auszudrücken, statt sie in sich hineinzufressen. Wir gewinnen Abstand und erlangen dadurch ein besseres Verständnis. Auch Kunst zu betrachten kann dazu beitragen, negative Gefühle zu verarbeiten, indem sie uns eine emotionale Verbindung zu anderen ermöglicht und ein Gefühl von Gemeinschaft bildet.

In der Medizin ist Kunst eine anerkannte Therapieform und wird als Teil eines umfassenden Behandlungsplans u.a. bei Depressionen eingesetzt. Es gibt speziell ausgebildete Kunsttherapeuten, die Menschen dabei unterstützen, ihre Gefühle und Emotionen durch kreatives Ausdrucksvermögen zu verarbeiten. Kunsttherapie wird als sinnvolle Ergänzung zu anderen psychologischen Therapien eingesetzt und hat eine wissenschaftlich fundierte Wirksamkeit gezeigt. Sie ist jedoch kein Ersatz für medizinische oder psychologische Behandlung. 

Kunst macht glücklich!

In den letzten Jahren haben immer mehr Studien die Wirkung von Kunst auf unser Wohlbefinden untersucht. Eine davon ist die Trøndelag Health Study in Norwegen, die einen Zusammenhang zwischen regelmäßiger Kunstbeteiligung und einer besseren körperlichen und mentalen Gesundheit feststellte. Die Teilnehmer, die an künstlerischen Aktivitäten wie Malen, Zeichnen oder Singen teilnahmen, berichteten über

  • weniger Stress,
  • eine höhere Lebenszufriedenheit und
  • eine bessere psychische Gesundheit

im Vergleich zu denen, die keine künstlerischen Aktivitäten ausübten.

Eine weitere Studie, durchgeführt von der Queen's University in Kanada, fand heraus, dass die Beteiligung an künstlerischen Aktivitäten dazu beitragen kann, Depressionen und Angstzustände zu lindern. Die Teilnehmer, die an Kunsttherapie-Sitzungen teilnahmen, berichteten über eine Verringerung ihrer Symptome sowie über eine gesteigerte Fähigkeit, ihre Gefühle auszudrücken und mit ihnen umzugehen.

Diese und andere Studien belegen, dass Menschen, die regelmäßig Kunst betrachten oder aktiv künstlerisch tätig sind, ein höheres Maß an Glück, Zufriedenheit und allgemeinem Wohlgefühl aufweisen.

Ein Museumsbesuch ist gut für Körper und Seele.

2018 startete in Kanada ein Pilotprojekt, dass die positive Wirkung von Kunst auf die seelische Gesundheit nutzen soll. Die Ärztevereinigung Médecins francophones du Canada (MdFC) und das Montreal Museum of Fine Arts arbeiten in diesem Projekt zusammen. Ärzte können Patienten mit einer Vielzahl an körperlichen und geistigen Beschwerden einen Museumsbesuch auf Rezept verschreiben. Die MdFC-Vizepräsidentin Hélène Boyer ist von diesem Projekt überzeugt. Sie sagt, ein Museumsbesuch könne die Menge des Glückshormons Serotonin steigern. Und auch in der Palliativmedizin, sowie auf Menschen mit Diabetes und chronischen Erkrankungen habe Kunst positive Effekte gezeigt.

Die Wirkung hat Kunst übrigens nicht nur auf Kranke und ist vollkommen unabhängig von Alter, Geschlecht oder künstlerischen Fähigkeiten, auch andere Lebensumstände, wie z.B. Bildungsstand oder finanzielle Möglichkeiten, spielen dabei keine Rolle. Also, warum nicht mal das nächste Museum besuchen oder selbst ein kreatives Projekt starten? Es könnte sich lohnen!

Kunst als Ausdrucksform - eine besondere Art, Gefühle auszudrücken

Hast du schon einmal versucht, deine Gefühle in Worte zu fassen? Oft ist das gar nicht so leicht. Glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit, unsere Emotionen auszudrücken, ohne auf Worte angewiesen zu sein: Kunst!

Auch Tanz ist eine ausgezeichnete Möglichkeit sich auszudrücken.

Durch die Verwendung von Farben, Formen und Texturen können wir unsere Gedanken und Emotionen ausdrücken, ohne sie in Worte fassen zu müssen. Und: Jeder kann Kunst verstehen, dafür braucht es keine gesprochene Sprache!

Es gibt viele verschiedene Arten von Kunst, die als Ausdrucksform dienen können, einschließlich Malerei, Zeichnung, Fotografie, Töpferei und vielem mehr. Jede Art von Kunst kann eine (unterschiedliche) Wirkung haben. Wichtig ist, dass du die Kunst findest, die dir entspricht und dir am besten hilft, deine Emotionen auszudrücken.

"Bevor ein Kind spricht, singt es. Bevor sie schreiben, malen sie. Sobald sie stehen, tanzen sie. Kunst ist die Grundlage des menschlichen Ausdrucks."

- Phylicia Rashād

Meisterwerke aus dunklen Zeiten: Kunst und Depressionen bei berühmten Künstlern

Die Verbindung von Kunst und Depressionen ist nicht neu. Viele berühmte Künstler haben in ihrem Leben mit Depressionen zu kämpfen gehabt. Manche haben diese Krankheit in ihre Kunst integriert. Wer sagt denn, dass Traurigkeit und Schmerz keine inspirierenden Kräfte sein können?  Auch im dunkelsten Moment kann Schönheit entstehen.

Vincent van Gogh ist einer der bekanntesten Künstler, der an Depressionen litt. Seine unverwechselbaren Gemälde, voller Leidenschaft und Farbe, haben ihn zu einem der hervorragendsten Vertreter des Impressionismus gemacht. Viele Jahre seines Lebens hatte er mit seiner psychischen Gesundheit zu kämpfen. Im April 1889 entschied er sich freiwillig, sich in die psychiatrische Klinik Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy einweisen zu lassen. Dort verbrachte er ein ganzes Jahr. Während seines Aufenthalts malte er, an seinem Fenster stehend, einige seiner bekanntesten Werke, z.B. die berühmte "Sternennacht". Seine Leidenschaft für die Kunst hat ihm geholfen, seine dunklen Gedanken und Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten.

Auch Sylvia Plath litt unter Depressionen. Die Dichterin und Schriftstellerin war bekannt für ihre unverblümte Art, ihre Emotionen und Gedanken in ihren Werken auszudrücken. Ihr Tagebuch "The Bell Jar" ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sie ihre Gefühle auf Papier brachte.  Ihre Werke zeigen eine starke emotionale Intensität und eine tiefe Verbindung zu ihren Emotionen. Sylvia Plath setzte ihrem Leben ein Ende, aber ihre Werke haben vielen Menschen geholfen, ihre eigenen Gedanken und Emotionen besser zu verstehen und auszudrücken.

Viele große Künstler litten unter Depressionen. Dies sind nur einige von ihnen:

  • Ernest Hemingway
  • Edvard Munch
  • Frida Kahlo
  • Kurt Cobain
  • Virginia Woolf
  • Edgar Allan Poe
  • Ludwig van Beethoven


Aus der Dunkelheit ins Licht: Meine Erfahrungen mit Depressionen und Kunst

Immer noch wird viel zu selten über das Thema Depressionen gesprochen und was es für Betroffene bedeutet. Aber ich bin hier, um meine Geschichte zu erzählen und wie Kunst eine wichtige Rolle dabei gespielt hat, mich aus dem Dunkel zu holen.

Meine erste Erfahrung mit Depressionen machte ich, als mein jüngerer Sohn etwa 6 Monate alt war. Erst 1,5 Jahre später stellte man fest, dass er eine Autismus-Spektrums-Störung hat, damals wusste ich das noch nicht. Aber im Nachhinein kann ich sagen, dass schon damals die Belastung sehr hoch war. Der "große" Bruder war nur ein Jahr älter, mein damaliger Mann arbeitete viel, wir waren erst kurz vorher in die Gegend gezogen, ich kannte niemanden und Familie, die mich hätte unterstützen können (wollen), hatte ich nicht.

Ich war vollkommen überfordert und allein, fühlte mich ausgebrannt, erschöpft und verzweifelt. Die Tage waren grau und leer und ich hatte keine Lust mehr, Dinge zu tun, die ich eigentlich gerne tat. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte, aber ich wusste nicht, wie ich es beschreiben sollte. Es dauerte lange, bis ich wirklich begriff, was mit mir los war und noch viel länger, bis ich endlich Hilfe suchte. Im Grunde waren es damals körperliche Reaktionen, die mich dazu brachten, dass ich zum Arzt ging. Ich hatte Glück, mein Arzt erkannte, dass die Ursachen seelisch waren.

Damals kam ich mit seiner Hilfe schnell wieder aus der Depression heraus. Danach ging es mir lange Zeit gut. Doch ungefähr 8 Jahre später traf es mich erneut. Wieder begann es mit Überforderung, Belastung, ja sogar Burnout, wuchs dann aber zu einer schwerwiegenden Depression heran. Wieder dauerte es lang, viel zu lang, bis ich erkannte, was los war. Und wieder konnte ich auch dann lange nicht um Hilfe bitten.

Als ich endlich zu meiner Ärztin ging, war die Heilung leider nicht so einfach. Es wurde nicht besser. Irgendwann entschloss ich mich, in eine Klinik zu gehen. Das war die richtige Entscheidung. Herausgenommen aus meinem Alltag, konnte ich Ruhe finden. Ich war nicht allein. Der Austausch mit anderen Patienten, die verstanden, wie es mir ging, die das Gleiche durchlitten, half mir sehr.

Und dort in der Klinik, in der Kunsttherapie, fand ich endlich wieder Zugang zu meiner Kunst. Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend viel gemalt und gezeichnet, aber ich hatte aufgehört, als das Leben und die Arbeit mich in Beschlag nahmen. Aber jetzt war die Kunst genau das Richtige für mich. 

Es war wie eine Befreiung. Ich konnte meine Gedanken und Emotionen ausdrücken und verarbeiten. Ich konnte Farben und Formen nutzen, um meine Stimmungen darzustellen und ich konnte mich in meiner Kunst verlieren, zu mir finden und für eine Weile alles andere vergessen. Kunst war meine Rettung. Für mich gilt: Kunst hilft, immer!

Als ich aus der Klinik entlassen wurde, nahm ich die Kunst mit und sie hat mich seitdem auch nicht wieder verlassen. Ich bewahre sie und sie ist ein fester Bestandteil in meinem Leben. Mit der Zeit wurde ich besser und ich gewann ein neues Selbstbewusstsein. Ich teilte meine Werke mit anderen und bekam viele positive Rückmeldungen, das war überwältigend für mich. Ich hatte nicht erwartet, dass meine Kunst andere Menschen berühren würde. Fast 20 Jahre nach meiner ersten Depression beschloss ich Kunst zu meinem Beruf zu machen. Seit 3 Jahren bin ich nun als freiberufliche Künstlerin tätig.

Leider aber haben mich auch die Depressionen nie wieder ganz verlassen. Es gibt immer wieder Phasen und depressive Schübe. Aber ein Satz meiner Ärztin hat mir sehr geholfen. Als ich während eines Schubs bei ihr war, sagte sie: "Ich verstehe, wie es ihnen jetzt geht. Aber seien sie versichert: Sie kommen da wieder raus! Und ich helfe ihnen." Ich weiß gar nicht, warum dieser Satz eine solch durchschlagende Wirkung auf mich hatte. Diese Erfahrung hatte ich ja schon gemacht, ich war schon mehrfach wieder herausgekommen. Und trotzdem! Der Satz gab mir Zuversicht.

Das tut er heute noch. Wenn ich heute in eine depressive Phase gerate, sage ich mir selbst: "Du kommst da wieder raus".  Inzwischen erkenne ich schnell, wenn ich in einer Depression stecke und ich weiß heute auch, wie ich in einer solchen Phase für mich sorgen kann. Ich gönne mir Ruhe, weiß, dass ich mich nicht überfordern darf. Mein neuer Partner Stefan und meine Söhne haben viel Geduld und Verständnis und sie unterstützen mich sehr. Ich verbringe viel Zeit in der Natur, sehe auch die kleinen Dinge, das Schöne. Und natürlich male ich. Seltsamerweise male ich gerade, wenn ich traurig bin, mit bunten, kräftigen, fröhlichen Farbe. Das ist sonst eher nicht der Fall. Wahrscheinlich ist das der Trotz in mir. Ich muss dagegen halten.

Trotz der gelegentlichen Rückfälle bin ich heute ein glücklicherer und zufriedenerer Mensch als noch vor ein paar Jahren. Die Kunst hilft mir immer wieder, meine Depressionen zu überwinden und mich aus dem Dunkel zu holen. Ich bin dankbar für jeden Tag und für die Kunst

Brauchst du Hilfe?

Hast du jemals das Gefühl gehabt, dass alles sinnlos ist? Fällt es dir schwer, Entscheidungen zu treffen und fühlst du dich nur noch traurig und erschöpft? Ich weiß, wie es sich anfühlt, von Depressionen betroffen zu sein. Und ich will dir sagen, dass du nicht alleine bist und dass es Hilfe gibt. Diese Tipps haben mir geholfen:

  • Sprich mit einem Experten. Ein Therapeut oder ein Psychiater kann dir dabei helfen, deine Depression zu verstehen und zu behandeln. Trau dich, um Hilfe zu bitten, wenn du sie brauchst. Und wenn es schwer ist, dann bitte jemanden, dem du vertraust, dich dabei zu unterstützen.
  • Teile deine Gedanken und Emotionen. Es hilft ungemein, wenn du jemanden hast, mit dem du reden kannst, egal ob es ein Freund, Familienmitglied oder Therapeut ist. Einfach jemanden zu haben, der dich versteht, kann eine große Last von dir nehmen.
  • Nimm dir Zeit für dich. Versuch nicht, alles auf einmal zu erledigen. Gib dir Zeit, um dich zu entspannen und zu erholen. Mach Dinge, die dir Freude bereiten, wie zum Beispiel Sport treiben, lesen oder kochen.
  • Sei nicht hart zu dir selbst. Es ist normal, dass alltägliche Aktivitäten bei Depressionen schwerfallen, wie Essen, Schlafen, Duschen oder soziale Interaktionen. Verurteile dich nicht dafür.
  • Bewegung und gesunde Ernährung helfen. Regelmäßiger Sport und eine ausgewogene Ernährung können deine Stimmung verbessern und dafür sorgen, dich besser zu fühlen.
  • Schreibe deine Gedanken auf. Ein Tagebuch zu führen, kann dir dabei helfen, deine Emotionen zu verarbeiten und Klarheit in deine Gedanken zu bringen.
  • Kunst hilft. Male, bastle, singe, tanze. Was immer dir einfällt und dir guttut. Hauptsache, es bringt dir Freude.

Vergiss nicht, dass es okay ist, um Hilfe zu bitten. Eine Depression ist behandelbar und es gibt Möglichkeiten, um dich besser zu fühlen. Lass dich nicht entmutigen, wenn es Zeit braucht und denke daran, dass du auf dem Weg nicht alleine bist. Ich hoffe, dass dir diese Tipps helfen werden. 

Was tun, wenn ein geliebter Mensch an Depressionen leidet?

Eine Depression kann ein sehr schmerzhaftes und isolierendes Erlebnis sein. Kennst du jemanden, der Depressionen hat und möchtest helfen, aber weißt nicht wie? Du könntest es mit diesen Tipps versuchen:

  1. Zuhören: Einfach nur da zu sein und zuzuhören, ohne zu urteilen, ist unglaublich wertvoll. Wer von Depressionen betroffen ist, braucht Raum, um über Gedanken und Emotionen zu sprechen, ohne verurteilt zu werden für das, was man sagt oder fühlt.
  2. Unterstützung anbieten: Frage nach, wie du am besten helfen kannst. Kannst du bei bestimmten Aufgaben unterstützen? Kannst du sie/ihn zu einem Therapeuten begleiten? Jede Art von praktischer Hilfe ist willkommen.
  3. Verständnis zeigen: Depressionen können sich sehr anders anfühlen als andere Krankheiten, aber sie sind genauso echt. Versuche, dich in die Lage des Betroffenen zu versetzen und zu verstehen.
  4. Keine schnellen Lösungen anbieten: Depressionen können nicht mit einer einfachen Lösung oder einem schnellen Rat behoben werden. Vermeide es, dem Betroffenen zu sagen "mach mehr Sport" oder "denke positiver".
  5. Zuspruch: Ermutige die Person, sich professionelle Hilfe zu suchen. Biete an, sie zu einem Therapeuten oder Arzt zu begleiten.
  6. Keine Scham zulassen: Depressionen sind keine Schande. Hilfe zu benötigen auch nicht!

Es gibt keine allgemeingültige Lösung für alle. Jeder Mensch erlebt Depressionen anders und was für einen hilfreich sein kann, muss nicht zwangsläufig für den anderen funktionieren. Frag einfach nach, was deinem Freund guttut und gib ihm auch Zeit, um herauszufinden, was für ihn funktioniert. Letztendlich geht es darum, Geduld, Verständnis und Unterstützung zu bieten, um zu helfen.

Hey, du brauchst nicht zu antworten, ich wollte dir nur sagen, dass ich da bin,
wenn du mich brauchst. Du bist nicht allein!

Eine einfache Nachricht kann eine große Wirkung haben.


Aber: Achte auch darauf, dass du dich gut um dich selbst kümmerst. Es kann sehr belastend sein, jemanden zu unterstützen, der unter Depressionen leidet. Stelle sicher, dass du genug Zeit und Raum für dich selbst hast, um Überforderungen zu vermeiden."

Hat Kunst dir auch schon geholfen? Teile deine Geschichte

Es ist wichtig, auf unsere Bedürfnisse zu achten und uns Zeit zu nehmen, um zu heilen und zu wachsen.

Möchtest du deine Geschichte zu erzählen? Ich würde mich freuen, wenn du sie hier mit uns teilst. Was hilft dir bei Depressionen?  Durch welche Kunstform kannst du dich ausdrücken? Ich bin gespannt und freue mich auf deine Kommentare und Gedanken. Lass uns zusammen über dieses wichtige Thema sprechen und uns gegenseitig unterstützen. Wir sind nicht alleine und können durch die Kunst Heilung finden.

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About the Author Lea Finke

Lea Finke ist Künstlerin mit ganzer Seele. In ihrem Blog erzählt sie von Inspiration, Leidenschaft und der Begegnung mit Kunst.